Montag, 9. Mai 2016

Zitate aus Letztendlich sind wir dem Universum egal

Sich zu verlieben, ist nicht das Gleiche wie zu merken, dass jemand anderer dich liebt, und sich für diese Liebe verantwortlich zu fühlen.

In Wahrheit sind Menschen selten so attraktiv wie in den Augen derjenigen, die in sie verliebt sind. Das sollte wohl auch so sein, schätze ich. Der Gedanke, dass Zuneigung die eigene Wahrnehmung ebenso beeinflussen kann wie alles andere, hat fast schon was Ermutigendes.

Die Beständigkeit der Liebe betrachten die Menschen als ebenso selbstverständlich wie die Beständigkeit ihres Körpers. Ihnen ist nicht klar, das die Liebe von der permanenten Gegenwart lebt. Ist das gegeben, hat man ein zusätzliches Fundament im Leben. Wenn man das aber nicht haben kann, bleibt einem immer nur das eine Fundament.
Es ist, als ob derjenige, den du liebst, deinem Leben Sinn und Zweck gibt. Vielleicht liege ich ja auch genau verkehrt, vielleicht verliebe ich mich bloß in sie, weil ich einen Sinn und Zweck in meinem Leben brauche. Aber das glaube ich nicht. Ich glaube, ich hätte immer so weitergemacht, ahnungslos und blind, wenn ich nicht zufällig ihr begegnet wäre.

Gesprochen klingen Worte immer anders als gehört, weil für den Sprecher etwas aus dem Inneren mitklingt.

Es gibt vieles, was dich an einer Beziehung festhalten lässt. Die Furcht vorm Alleinsein. Die Angst, das Leben über den Haufen zu werfen, in dem du dich eingerichtet hast. Der Entschluss, dich mit etwas zu begnügen, das okay ist, weil du nicht weißt, ob es noch besser werden kann. Oder vielleicht auch gegen alle Vernunft zu glauben, dass es schon noch besser werden wird, obwohl du weißt, dass er sich nicht ändern wird.
~A als Nathan

Sie flößt mir ebenso viel Ehrfurcht ein wie der Gedanke an einen Gott - ich vertraue auf das Durchhaltevermögen des Menschen, ganz gleich, welche Herausforderungen das Universum uns Tag für Tag vorsetzt.

Kein Leben ist real, wenn niemand um seine Realität weiß.

Das macht die Liebe mit einem: Sie weckt den Wunsch, die Welt umzuschreiben. Die Figuren auszuwählen, die Kulisse zu bauen, die Handlung zu lenken. Die Person, die du liebst, sitzt dir gegenüber, und du willst alles tun, was in deiner Macht steht, um es möglich zu machen, auf ewig möglich. Und wenn es nur ihr zwei seid, allein in einem Raum, kannst du tun, als wäre es so, als würde es immer so sein.

Ich bin es allmählich leid, auf geschriebene Worte angewiesen zu sein. Sie sind durchaus bedeutungsvoll, ja, aber es fehlt der Sinneseindruck. Ihr zu schreiben ist nicht das Gleiche, wie ihr Gesicht zu sehen, wenn sie zuhört. Ihre Antwort zu lesen ist nicht das Gleiche, wie ihre Stimme zu hören. Ich bin nach wie vor dankbar für die moderne Technik, aber langsam kommt es mir vor, als steckte in jeder digitalen Interaktion ein kleiner, trennender Haken.

Die Fragen werden nie ein Ende nehmen. Jede Antwort führt zu neuen Fragen. Und wenn man in der Welt überleben will, muss man die eine oder andere davon stehen lasen.

Als ob wir, wenn ein uns Nahestehender stirbt, unmittelbar davor den Platz mit ihm tauschen. Und in der Zeit, die es braucht, um über den Verlust hinwegzukommen, das Leben des anderen rückwärts leben, von Krankheit zu Gesundheit, vom Tod zum Leben.

Ich wollte, dass die Liebe alle überwindet. Doch das kann sie nicht. Sie kann nichts aus sich heraus tun. Es liegt an uns, in ihrem Namen alles zu überwinden.

Wenn man ins Universum starrt, ist sein Mittelpunkt nur Kälte. Und Leere. Letztendlich sind wir dem Universum egal. Dem Universum und der Zeit. Deswegen dürfen wir einander nicht egal sein.

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